Manchmal sind es die kleinen, scheinbar unbedeutenden oder auch mal witzigen Details aus der Lebensgeschichte, die mehr über einen Menschen aussagen als formale Fakten. Was hat mich geprägt? Was bedeutet mir selbst etwas?
Hier erzähle ich dir ein paar sehr persönliche Dinge aus meiner Kindheit und meinem Leben:
- Zu meiner Geburt kaufte mein Vater sich ein rosa Hemd. Nach 3 Jungs war ich seine erste Tochter.
- Ich bin in Wolfsburg geboren – eine Stadt, die mehr oder weniger nur aus dem riesigen Volkswagenwerk und ein paar Häusern drum herum besteht.
- Gefühlt alle Eltern meiner Mitschüler*innen arbeiteten bei VW. Nur meine Eltern nicht. Mein Vater war Kinderpsychologe, meine Mutter managte unsere Familie.
- Als ich 1973 zur Schule kam, erlitt ich einen kleinen Kulturschock: Die Mädchen wollten mir unbedingt meine langen Zöpfe aufmachen, weil sie so lange Haare gar nicht kannten. Damals war alles kurz: die Frisuren und die Röcke. Meine nicht!
- In meiner Jugend hatte 3 ausgeprägte Hobbies: lesen, lesen und lesen!
- „Du bist eine Sammlerin„, sagte mir mal eine Heilpraktikerin, nachdem sie prüfend mein Gesicht gemustert hatte. „Du sammelst keine Dinge, du sammelst Wissen!“ Volltreffer! Ich liebe Fachbücher, Fachzeitschriften und Dokumentationen.
- Ich bin auch eine Erklärbärin! Ich liebe es schon immer, mein Wissen zu teilen und anderen Menschen etwas zu erklären.
- Schon als Kind hörte ich gern klassische Musik, sehr zum Erstaunen meiner Freundinnen.
- Als ich 11 Jahre alt war meinte mein Vater, ich solle doch zum Ballett gehen. HILFE, ich und Ballett!! Ich lernte dann lieber Judo und Fechten.
- Meine Sommerferien verbrachte ich mit meiner Familie in internationalen Zeltlagern, mit vielen Menschen und vielen Festen. Von klein auf ist mir der Umgang mit Menschen aller Hautfarben, Religionen, Nationalitäten und Kulturen vertraut.
- Als Kind habe ich mir selber gegenüber ein feierliches Gelöbnis abgelegt: „Ich werde nie vergessen, wie es ist, ein Kind zu sein!“ Ich habe es gehalten.
- Als jüngste Schwester von 3 Brüdern war ich schon als Kind eine Kämpferin für die Gleichberechtigung. Bat meine Mutter mich, ihr im Haushalt zu helfen, protestierte ich solange, bis mein Bruder genau das gleiche machen musste.
- Als Kind fragte ich meine Mutter: „Mama, was heißt eigentlich ,das starke Geschlecht!‘„? Meine Königin-Mutter antwortete: „Na, die Frauen natürlich!“
- Heute heiße ich sehr gerne Valentine, aber als Kind fand ich den Namen zu auffällig. Ich wollte lieber Susanne oder Sabine heißen. Und mit Nachnamen gern Müller.
- Wolf-Doettinchem heißen noch genau 17 weitere Menschen auf der Welt und die sind alle eng mit mir verwandt.
- Als Kind bin ich oft zum Klingelschild an unserer Haustür gerannt, um zu gucken, wie mein Nachname geschrieben wird!
- Ich habe Migrationshintergrund: Ich bin eine Nachfahrin eines unehelichen Sprösslings aus dem alten holländischen Adelsgeschlecht „von Doetinchem de Rande“.
- Die Holländer sind mir von ihrem Naturell her viel vertrauter als die Deutschen. Ich finde sie humorvoller, weltoffener, teamorientierter, einfach lockerer.
- Mein Großvater war Flötist, meine Mutter spielte Geige und mein Vater war ein Improvisationstalent am Klavier. Ich selbst habe diverse Instrumente gelernt. Das letzte, Cello, erst mit 38! Vorher dachte ich immer, es ist zu schwer. (Das ist es!)
- Ich liebe Adeles Musik und bewundere, wie sie sich mit allen ihren Gefühlen zeigt, ohne dadurch auch nur einen Deut an Größe zu verlieren – im Gegenteil. She is a real queen!
- Das Lieblingsessen meiner Kindheit war Eierkuchentorte mit Hackfüllung und dazu Spinat. Das Rezept hat meine Mutter leider mit in den Himmel genommen.
- Bis ich 10 Jahre alt war, hatten wir zuhause keinen Fernseher. Um in der Schule mitreden zu können studierte ich die Sendungsbeschreibungen der Fernsehzeitschrift und tat am nächsten Tag in der Schule so, als hätte ich die Sendungen geguckt.
- In der Schule war Mathematik nicht so meins. Dabei zweifelte ich allerdings nicht an meiner Schlauheit, sondern fand, dass die Lehrer ihren Job nicht gut machen. (Wenn ich groß bin, will ich nochmal Mathe lernen. Kann doch nicht so schwer sein!)
- Als Kind wollte ich unbedingt Schriftstellerin werden, so wie Astrid Lindgren. Mit 11 Jahren schrieb ich ein Kinderbuch (naja, ein halbes).
- Als ich 12 Jahre alt war, wurde ich von einem Schäferhund gebissen. Um die Angst vor Hunden wieder zu verlieren wünschte ich mir einen eigenen Hund. Hat geklappt! Später erfuhr ich, dass man das Paradoxe Intervention nennt.
- Als 16jährige hatte ich mir in meinem Zimmer ein komplettes Fotolabor eingerichtet, indem ich selbst Schwarzweißfotos entwickelte. Im Studium stellte ich meine eigenen Aktfotografien an der Uni aus.
- Als Schülerin verdiente ich ziemlich viel Geld mit Nachhilfe. Ich gab sogar Französisch-Nachhilfe, obwohl ich selber in dem Fach keine große Leuchte war. In kürzester Zeit verbesserte ich meine eigene Note von 4 auf 2.
- Als Jugendliche fand ich im Bücherregal meiner Eltern das Buch „Leben nach dem Tod“ von Raymond Moody und fand es völlig abwegig. Heute besitze ich eine umfangreiche Sammlung mit Büchern zum Phänomen Nahtoderfahrung.
- Vor meiner Führerscheinprüfung wollte ich meine Rechts-Links-Schwäche austricksen, indem ich mir „rechts“ und „links“ auf meine Handrücken schrieb. Schlauerweise schrieb ich auf die rechte Hand „links“ und auf die linke Hand „rechts“.
- Die künstlerische Aufnahmeprüfung für mein Studium, Hauptfach Literatur und kreatives Schreiben, absolvierte ich mit meinen eigenen Gedichten. Der Prüfer verglich sie mit denen des Dichters Paul Celan, den ich damals sehr verehrte. Dass das ein großes Kompliment war, verstand ich damals nicht wirklich.
- „Wenn du so bist wie dein Lachen, möchte ich dich wiedersehen“ – das ist eins der schönsten Komplimente, die ich in meinem Leben bekommen habe. Und ich habs auch gleich verstanden!
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